Altersvorsorge - Faktencheck!

Aktualisiert: Jan 8

Jeder fühlt es oder ahnt es aber niemand weiß es so genau. Ist ja auch noch ewig hin. Es geht um die Rente oder Altersvorsorge bzw. darum, dass es am Ende des Berufslebens knapp werden könnte. Gerade für Berufsanfänger:innen oder die, die gerade ein paar Jahre in einem Unternehmen gearbeitet haben und gutes Geld verdienen, ist dieses Thema ein rotes Tuch. Doch diese Denke ist sehr fatal, da gerade die 20er und 30er jetzt noch die Möglichkeit haben mit 10 bis 15% des Nettogehaltes, das Ruder rumzureißen. Warum und woher dieser Prozentsatz kommt, kannst du hier lesen.


Das Wichtigste in Kürze

In Deutschland setzt sich die Altersvorsorge aus drei bzw. vier Säulen zusammen:

  • Gesetzliche Rente

  • Geförderter Vorsorge (Riester, Rürup)

  • Private Vorsorge

  • Betriebliche Altersvorsorge

Oft wird die betriebliche Altersvorsorge als geförderte Altersvorsorge eingestuft, da der Arbeitgeber etwas beisteuert und/oder der eingezahlte Betrag vom Brutto abgeht.


So ziemlich jeder ist über die gesetzliche Rente abgesichert. Jedoch wissen viele nicht, dass dieser Baustein bei weitem nicht ausreicht, um den tatsächlichen Bedarf im Alter zu deckeln. Doch eins nach dem anderen. Wie solltest du nun generell bei diesem Thema vorgehen.

Hierzu musst du „nur“ die folgenden drei Fragen für dich selber beantworten. Ihr werdet sehen später oder auch in anderen Blog-Posts sehen, dass es diese Fragen in sich haben.

  • 1. Frage: Wie viel Geld benötige ich heute/Wie viel bei Rentenbeginn.

  • 2. Frage: Wie viel Vorsorge betreibe ich und wie viel habe ich schon

  • 3. Frage: Wie viel muss ich jetzt sparen/investieren, um die Lücke aus 1 und 2 zu schließen?

Beispiele

Die Heldin in unserer Geschichte heißt Susi Sorglos, ist 34 Jahre alt. Sie verdient ca. 3500€ brutto bzw. 2500€ netto und hat Fixkosten in Höhe von 1500€ netto. Ihr terminierter Rentenbeginn liegt im Jahr 2053. Gehen wir die drei Fragen mit Susi gemeinsam durch.


In der ersten Frage geht es um den Status Quo. Was benötigst Susi jetzt um ihrenLebensunterhalt zu bestreiten. Hier schlage betrachten wird zwei Szenarien. Das erste Szenario deckt die Fixkosten ab und das zweite Szenario enthält zusätzliche Beträge für Konsum, Luxus, Reisen usw. Susi hat, wie anfangs erwähnt, Fixkosten in Höhe von 1500€ netto. Für das Szenario 2 veranschlagen wir 2000€ netto. Susis zukünftige Kosten erhöhen sich aufgrund der Inflation (ca. 2%) im Jahr 2053 auf 3000€ für die Fixkosten und auf 3844€ für Szenario 2. Wahnsinn oder. In 34 Jahren hat sich ihr Nettoanspruch aufgrund der Inflation fast verdoppelt.


Kommen wir nun zur zweiten Frage. Was hast Susi auf der hohen Kante bzw. welche Vorsorgeaktivitäten betreibt Sie? Kurz gesagt, Susi macht aktuell nichts. D.h. momentan hat Sie nur die gesetzliche Rente als Altersvorsorge. Die anderen beiden Säulen bleiben von Ihr unangetastet. Um die zukünftige gesetzliche Rente von Susi zu ermitteln kann der letzte Betrag aus Ihrem Rentenbescheid genommen werden und ebenfalls mit der durchschnittlichen Rentenanpassung ins Jahr 2053 umgerechnet werden. Wir nehmen an, dass Susi aktuell Anspruch auf 1400€ Bruttorente hätte bzw. 2053 dann 2433€ erhalten würde. Aber Achtung, dieser Betrag wird noch versteuert. Von den 2433€ bleiben Susi nur noch gut 1800€ übrig.


Machen wir nun einen Kassensturz im Jahr 2053. Susi benötigt 3000€ bzw 3800€ bekommt aber durch die gesetzliche Rente nur 1800€ netto. Das heißt Sie hat eine Vorsorgelücke in Höhe von 1200€ netto bzw. 2000€ netto. Wow, das ist ein Batzen Geld. Die dritte Frage widmet sich nun genau dem Schließen bzw. verringern dieser Differenz.


Was kann Susi nun tun und wieviel Geld muss Sie heute monatlich investieren, damit diese Lücke geschlossen wird. Um die Lücke bei dem Fixkosten-Szenario (1200€ Differenz) zu schließen, könnte sie 34 Jahre lang 300€ netto in einen ETF (7% Rendite, 0,10% TER, 0% Ordergebühr, 1,71% Inflation, 2% Spardynamik) stecken. Nach 34 Jahren hätte ihr Depot einen Wert von 402.755€ und würde ihr monatlich den Betrag generieren um die Lücke aus Szenario 1 zu füllen. Würde Sie jeden Monat 2000€ Netto aus dem Depot ziehen, so könnte Sie damit die nächsten 16 Jahre füllen bevor das Depot auf 0€ geschrumpft ist. 300€ entsprechen 12% von Susis Nettolohn und liegen genau in der Range die wir anfangs beschrieben haben.


Apell an dich

Daher der Apell an dich! Stelle dir selber die drei Fragen und prüfe, wie es um deine Vorsorge bestellt ist. Du musst aber die ganze mühsame Rechenarbeit nicht alleine machen. Unter Downloads/Tools, findest du Helferlein die die Arbeit für dich machen.

  • Tool Vorsorgelücke: Hilft dir bei der Aufstellung der heutigen Fixkosten und berechnet dir deine Rentenlücke. So weißt du wie groß deine Differenz ist.

  • Tool Vorsorgeplaner: Berechnet dir wie groß dein investiertes Kapital auf Basis der Vorsorgelücke sein muss.

  • Tool ETF Kalkulator: Mit dem Wissen aus dem Vorsorgeplaner, kannst du ausprobieren, wieviel du pro Monat in einen ETF investieren musst, um auf das geforderte Kapital zu kommen.

Hinweis

Was wir bei der Ermittlung der aktuellen Fixkosten nicht berücksichtig haben, ist, dass im Alter einige Kostenpunkte wegfallen und andere hinzukommen. Tendenziell wird der Bedarf im Alter wahrs. etwas niedriger sein. Einerseits weil eine Eigentumswohnung oder ein Haus die letzten 30 Jahre finanziert wurde oder aber weil die eigenen Kinder zum Rentenbeginn nicht mehr im gleichen Haushalt leben. Letztlich muss jeder für sich individuell schauen, wie die Kostenstruktur aussieht. Nur so lässt sich ein genauer Plan entwerfen.


Viele Grüße und gutes Vorsorge,

Matthias

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